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... Kunst der Parfümerie und Wahrsagerei.

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Bowen Wei wurde in Japan geboren und lebte viele Jahre in den USA und Deutschland. Im frühen Leben war seine Großmutter maßgeblich an der Verwendung von Kräutern für Lebensmittel und Medizin beteiligt. Seit 20 Jahren studiert und praktiziert er Heilkunst. Sein erster Lehrer war ein Mann, der ein Schüler von Osho war, und sein zweiter Lehrer war ein Mann aus der Abstammung des Amazonasschamanen. Er studierte Akupunktur von einem taoistischen Meister und erhielt 2008 den Master of Acupunkture and Oriental Medicine. Er hat Aromancy erfunden und fünf Jahre lang geübt.

Vor fast zwanzig Jahren las ich den Kult-Klassiker von Tom Robbins „Jitterbug Parfum“. Der Roman erzählt unter anderem die Geschichte eines russischen Prinzen und der Tochter eines Seilmachers. Zwei ungleiche Seelen, die sich treffen, ineinander verlieben und sich gemeinsam auf eine spirituelle Reise auf der Suche nach dem ewigen Leben begeben, sich aber irgendwann verlieren und dann versuchen, durch olfaktorische Erinnerungen an ein lang verlorenes Parfüm, wieder zu finden. Ein beeindruckendes Buch über die Kraft und Macht der Gerüche.

Kurz nach der Lektüre des Buches gelangte ich auf meiner zweiten Reise durch Indien in die heilige Stadt Varanasi. Den Indern ist Varanasi, trotz der chaotischen und staubigen Zustände heilig, weil sie am Fluss Ganges liegt. Täglich versammeln sich hier tausende Menschen an einem Badeghat, um rituelle Säuberungen durchzuführen und jeder Inder hegt den Wunsch, nach seinem Tode, an einem brennenden Ghas – am Flussufer des Ganges verbrannt zu werden. Am Ganges sind also Leben und Tod so eng beieinander, so eng miteinander verbunden, wie an wenigen anderen Orten der Welt.

Hinter den Ghats, die das linke Ufer des Ganges säumen, befindet sich eine enge Gasse, die Altstadt von Varanasi, welche sogar von Rikschas schwer befahrbar ist, wenn eine Kuh die Durchfahrt versperrt. Geschäfte aller Art säumen beide Straßenseiten und sehen so aus, als wären sie seit Hunderten von Jahren unverändert geblieben. In dunklen kleinen Werkstätten weben, schnitzen und töpfern Männer. Sie schaffen wunderbare Werke mit traditionellen Werkzeugen und unendlicher Geduld. Die Gerüche des Chai-Tees und der Pakoras (frittiertes Gemüse), welche die Menschen auf der Straße genießen, vermischen sich hier im Freien mit dem Duft brennender Räucherstäbchen und manchmal auch mit dem von Kuhmist. 

Dort, in der schmalen, staubigen Strasse von Varanasi, erblickte ich einen Straßenhändler mit seinem Fahrrad. Der alte Mann hatte auf die Rückseite seines Gefährts eine kleine Vitrine aus verwittertem Holz festgebunden, die mit kleinen verschiedenfarbigen Parfumfläschchen aus Glas und Keramik gefüllt war.

Obwohl ich damals weder Kölnischwasser noch Deodorant verwendete, faszinierte mich der Anblick des Mannes und seiner vielen Parfumfläschchen. Ich näherte mich ihm deshalb und fragte nach, was er denn verkaufe. Der Straßenhändler erzählte mir, dass er für eine Ölbrennerei arbeitete und die Fläschchen verschiedene ätherische Öle beinhalteten. Ich hatte ein wenig Sorge, die Fläschchen zu berühren, denn das Fahrrad, die Glasvitrine und all die Fläschchen sahen sehr zerbrechlich aus; ja fast so, als könnten sie sich jeden Moment auflösen. Also bat ich den Straßenhändler, mir zwei Öle zu geben: eines, um mich zu wärmen und ein zweites, um mich zu kühlen.  

Verständnisvoll nickend und mit einem Lächeln auf den Lippen kam der alte Mann meiner Bitte nach. Sorgfältig mischte er vor meinen Augen verschiedene Öle zu unterschiedlichen Parfüm-Mischungen und lehrte diese in zwei Glasflaschen. Das Ergebnis war überwältigend: Das erste Parfüm war eher blumig, aber nicht zu intensiv, so dass es problemlos auch von einem Mann verwendet werden konnte. Es fühlte sich wärmend an und erhöhte meine Körpertemperatur. Der zweite Duft hingegen war erdiger, weicher, rund und kühl. Er provozierte in mir das Bild des Wassers und fühlte sich kühlend an.

Dies war, nach der Lektüre des Buches von Tom Robbins, meine erste persönliche Sinneserfahrung mit Düften und mein Einstieg in die Welt der aromatischen- ätherischen Öle.  

Als ich von meiner Indien-Reise nach Hause zurückkehrte, begann ich damit, ätherische Öle zu sammeln. Ich tat es eher nach dem Zufallsprinzip und hatte auch noch keine Ahnung, was ich damit anfangen sollte, aber die Öle faszinierten mich, ich roch gerne daran und war beeindruckt von der Tatsache, dass Düfte unterschiedliche Emotionen hervorrufen können. 

Die Entstehung von Aromancy war dann eher ein Zufall. Ich hatte die Gelegenheit einen Kurs in subtiler Berührung zu unterrichten, der eine kurze Einführung in die Grundlagen der orientalischen Medizin erforderte. Meine Aufgabe war es in 15 Minuten mein Wissen zusammenzufassen, das ich mir in mehr als zwei Jahre angeeignet hatte. Kein einfaches Ziel. Deshalb suchte ich nach einer Möglichkeit, meinen Zuhörern eine persönliche Erfahrung zu ermöglichen, die sie auf meine komplexen Inhalte neugierig machen würde und somit bereit, meinem Referat zu folgen.   

Und die Idee kam: Ich legte auf meinem Tisch fünf verschiedenfarbige Papiere aus, welche die fünf Elemente darstellen sollten. Dann begann ich damit, jedem meiner zufällig gesammelten ätherischen Öle, einen Platz auf einem der Papiere zuzuordnen. Zum Teil folgte ich dabei meiner Intuition, zum Teil berücksichtigte ich, die mir bekannten Eigenarten und Wirksamkeiten der Öle. Mit meinem ersten, etwas prekären Papier-Aromancy-Board, begann ich alsbald auch, mein Wissen über die orientalische Medizin an Freunde weiterzugeben. Dabei erkannte ich sofort, dass diese Methode ein enormes Potenzial hatte, um den Menschen zu helfen, sich zu öffnen und ihre innersten Sorgen zu offenbaren. Nicht nur das, ich entdeckte, dass jede Person eine andere Wahrnehmung der Düfte und eine unterschiedliche Reaktion auf Düfte hatte und demzufolge, auch unterschiedliche Antworten auf persönliche Fragen aus der Pflanzenwelt erhielt. Diese Erfahrung eröffnete mir Einblick und ein tieferes Verständnis unserer menschlichen Psyche.  

Ich bin weder ein ausgebildeter Aroma-Therapeut noch ein Psychotherapeut. Trotzdem ist Aromancy eine hilfreiche Methode der Problemlösung im Bereich emotionaler Spannungen oder Belastungen. Sie beruht auf spirituelle Lehren der Vergangenheit und Gegenwart. Ich durfte die Akupunktur von einem Lehrer erlernen, der einer langen Tradition taoistischer Weisen angehört. Ihm und seiner Lehre fühle ich mich tief verbunden und verpflichtet. Aber ich weiß auch, dass in Wirklichkeit alle spirituellen Lehren ein Gemeinsames haben: an ihrem Fundament steht die Liebe. 

Meine Aufgabe als Aromancer verstehe ich deshalb vor allem darin, durch meine urteilsfreie Haltung, einen Raum zu erschaffen und zu halten, in dem Menschen über den Geruchsinn ihren Weg zu ihrem wahren Selbst, zu ihrem liebevollen Ursprung, Wesen und ihrer Lebensaufgabe finden.

Aromancy gibt dem Menschen die Möglichkeit direkt die Botschaft und Weisheit der Pflanzen zu erfahren und den Pflanzenessenzen die Möglichkeit, direkt zu den Menschen zu sprechen. Ich verstehe mich in erster Linie als Vermittler dieser wunderbaren Begegnung zwischen Pflanzenweisheit und Menschen. Doch werde ich und jeder andere Aromancer nur dann ein Katalysator für Veränderung sein, wenn eine Person dazu bereit ist.

Auch nach fünf Jahren Erfahrung bleibt Aromancy für mich ein „Work in Progress“. Es lebt dank der Menschen, welche sich auf das Wissen der Pflanzen einlassen und entwickelt sich durch deren Persönlichkeiten weiter. Die, in diesem Buch enthaltenen Information erachte ich daher, weder als perfekt, noch vollständig oder abgeschlossen. Sie wollen vielmehr Interessierten und zukünftigen Aromancern ausreichend Wissen, Freude und Vertrauen vermitteln, um ihre eigene Beziehung mit Pflanzen aufzubauen und ihre persönliche Arbeitsweise am Aromancy-Board zu entwickeln. 

Uns allen wünsche ich lebenslange Offenheit für die Impulse anderer und einen regen Austausch untereinander. Nur damit, werden wir gemeinsam unser Wissen und unser Verständnis der menschlichen und pflanzlichen Natur vertiefen können.

Ich danke meinen Freunden aus der Anfangszeit meines Projekts. Ihre Neugier, Intuition und ihr Vertrauen in meine Ideen, sowie ihre Bereitschaft mir ihre Lebensgeschichten zu erzählen, ließen mich erkennen, dass Aromancy Heilung ermöglichen kann. 

Ich bedanke mich bei denen, die mir Ihre Räume öffneten, mir ihre Zeit und Ihr Wissen schenkten, und mir in der Entwicklung von Aromancy weiterhalfen. Ich bin dankbar für meine ersten Schüler, die intuitiv das gleiche Potenzial in Aromancy erkannt haben, wie ich. Ich danke den Landwirten, die all die Pflanzen pflegen und hegen. Ich danke den Distillatoren, welche die einmalige Kunst beherrschen, die kostbare Lebenskraft aus den Pflanzen zu entnehmen, zu konzentrieren und zu bewahren. Ich danke der Sonne, die uns die Urenergie gegeben hat. Ich danke dem Mond, der uns den Rhythmus geschenkt hat. Ich danke der Erde, für den Halt, den sie unseren Wurzeln schenkt und die Nahrung. Ich danke dem Wasser, für die Feuchtigkeit und den Transport wertvoller Nahrung. Ich danke dem Wind, dass er unsere Samen weiterträgt.

Zu guter Letzt fühle ich mich zutiefst in Dankbarkeit den Pflanzen verbunden und verpflichtet, die Ihr Leben für die Entwicklung und Heilung der Menschheit opfern. Sie bieten uns seit jeher Schutz, bekleiden und ernähren uns, und bewahren und schenken uns ihre Weisheit, die wir "Medizin" nennen. Ich sorge mich manchmal um das Wohlbefinden aller Lebensformen auf diesem Planeten. Während die moderne Technik es uns ermöglicht, aromatische Schätze aus der ganzen Welt zu verwenden, verursacht sie andernorts für unsere Umwelt auch lebensbedrohlichen Stress. Ich bete für das Überleben aller Pflanzen, die uns so tiefe Freude und Verbindung schenken und lade alle ein, die  kostbaren Flüssigkeiten achtsam und sparsam zu verwenden, damit viele von uns und auch die zukünftigen Generationen davon profitieren können und der Pflanzen Weisheit erfahren.

 

Bowen Wei  2018

©2020 by  Bowen Wei for  AROMANCY

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Disclaimer:

Essential oils are highly concentrated aromatic compounds of plant origin that are known to contain various degrees of chemical/medicinal properties. Aromancy is, however, not aromatherapy (French school style in particular) nor is a program to develop an aromatherapist. Essential oils are used only as “scents, or perfume” and used only at the safe level of dilution. Aromancy does not promote unsafe use of essential oils such as internal consumption.

The word “Medicine” or "Medicinal" in all articles of Aromancy publication has no association to “scientific” or “allopathic” medicine governed and practiced by qualified individuals. Aromancy does not claim to cure any medical condition, nor give any medical advice. Aromancy uses the word “medicine” or "medicinal" only in their original meaning, as the Art of Healing.

お断り書き: 精油は高濃度の芳香性化学物質であり、多種多様の薬用成分が含まれています。しかしながらアロマンシーはアロマセラピーではなく、そしてアロマセラピスト養成のプログラムでもありません。アロマンシーは精油の体内摂取をお勧めしません。これらの精油はあくまで香りの原料として、体外仕様で安全なレベルまで希釈して使われます。

アロマンシーは医療方式ではなく、治療、または病気を癒すというクレームは一切いたしません。また、アロマンシーは精油の小売業者ではなく、コンサルティング、そして教育が活動目的であります。

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